27. November 2020
Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, Breitscheidplatz, 10789 Berlin
Musikalisch-literarische Veranstaltung mit satirischen Liedern und Texten großer Autoren der 30. Jahre u. A. von Julius Bramer, Fritz Grünbaum, Jacob Jacobs, Jaroslav Jezek, Felix Josky, Karl Kraus, Fritz Levy, Martin Niemöller, Kurt Tucholsky, Rudolf Nelson, Otto Reutter, Shlomo Secunda, Otto Stransky, Jiri Wachsmann, Jan Werich.
„Die kleine Freiheit“ gewährt einen Blick zurück in die Umbruchszeit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die 20er Jahre waren ein sehr musikalisches Jahrzehnt, das Nachtleben der "Goldenen Zwanziger" bot alle denkbaren Musikarten an, und im Zuge dessen haben Jazz, Swing und Blues die Europäische Musik „revolutioniert“. Die Melodik, der Rhythmus und die Qualität der Texte erklären uns heute ihren Einfluss auf die Entwicklung der Theater-Musikgeschichte im Europa der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts und ihre dauerhafte Publikumswirkung. Die 30er Jahre waren zugleich auch das Jahrzehnt der unvergesslichen Liebeslieder. Viele der beliebten Klassiker, die wir heute kennen, entstanden in dieser Zeit.
Unter Leitung von Dusan-Robert Parisek singen, spielen und musizieren u.A. Susanne Eisenkolb, Manfred Eisner, Antje Rietz, Oli Bott (Vibraphon), Harry Ermer (Klavier), Mark Szmelkin (Percussion), Collegium tschechischer Philharmoniker.

Aufführung unter der Schirmherrschaft des Botschafters Tschechiens SE Dr. Tomas Kafka und des Primators der Hauptstadt Prag MUDr. Zdeněk Hrib.

Das Kulturprojekt Prag-Berlin unterstützt: Botschaft der Tschechischen Republik, Deutsch-tschechischer Zukunftsfonds Prag, Magistrat der Hauptstadt Prag, Förderverein Erbe und Zukunft e.V., Förderverein für Bildung, Kultur und internationale Beziehungen Reinickendorf e.V.




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JULIUS BRAMMER                                                      FRITZ GRÜNBAUM                                              

 
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BEDJA LEVY /LÖHNER                                                TUCHOLSKY KURT

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MARLENE DIETRICH, FRIEDRICH HOLLAENDER

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KRAUS KARL

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SECUNDA SHLOMO  ANDREWS SISTERS               SECUNDA SHLOMO 

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OTTO STRANSKY                                        LEWYSOHN RUDOLF

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                                                                            ILSE WEBER

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JAN WERICH                                        JIRI WACHSMAN                                          JAROSLAV JEZEK

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Studenten sammeln begeistert "undeutsches" Schrifttum 1933 Berlin

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Tausende sehen bei der Bücherverbrennung in Berlin am 10. Mai 1933 zu

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24. November 2020, 19:00 Uhr
Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, Breitscheidplatz, 10789 Berlin

Eine musikalisch-literarische Veranstaltung und ein Tribut an die Autoren Myra Gruhenberg, Walter Lindenbaum, Ilse Weber und Leo Štraus im Gedenken an den ersten Transport nach Theresienstadt am 24. November 1941 Durch die absolute Isolierung im Ghetto Terezin / Theresienstadt von der Außenwelt wollten die Nazis die Juden nicht nur körperlich und seelisch, sondern auch geistig hinrichten. Doch dieser Plan wurde nicht realisiert, denn der geistige Widerstand der meisten Häftlinge konnte nicht gebrochen werden. In das Ghetto wurde ein riesiger Zustrom an Wissenschaftlern, Ärzten, Musikern, Malern, Sängern, Schauspielern aus allen europäischen Ländern deportiert, kurzum: die intellektuelle Elite Mitteleuropas, und es entwickelte sich – heimlich - ein reichhaltiges, kulturelles Leben. Musik: Emerich Kalman, Familie Straus u.A.
Unter Leitung von Dusan-Robert Parisek singen, spielen und musizieren u.A. Susanne Eisenkolb, Manfred Eisner, Antje Rietz, Oli Bott (Vibraphon), Harry Ermer (Klavier), Mark Szmelkin (Percussion), Collegium tschechischer Philharmoniker.

MYRA GRUHENBERG (geboren 1900 Wien, ermordet 1944 in Auschwitz), war eine österreichische Journalistin, Schriftstellerin und Sängerin. Ihre Kurzgeschichten wurden regelmäßig in der Wiener Zeitung und im Prager Tagblatt veröffentlicht. Sie schrieb Hörspiele für den Kopenhagener Rundfunk und Stücke, die in Amsterdam und Prag aufgeführt wurden. Sie war mit Leo Strauss verheiratet. Beim Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 erhielten beide als Juden Berufsverbot. Myra Straus-Gruhenberg und ihr Ehemann wurden am 1.Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert. Sie wirkte dort im Kabarett-Programm „Straus-Brettl“ mit und trat mit ihrem Ehemann auf. Ihre Texte aus dieser Zeit wie z.B. „Meine letzte Zigarette …“, oder „Wozu brauchts ihr dann ein Stern?“ sind uns erhalten geblieben. Am 12. Oktober 1944 wurde sie mit ihrem Ehemann nach Auschwitz-Birkenau deportiert …


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                 MYRA GRUHENBERG-STRAUSS

Ilse Weber, Schriftstellerin, geboren am 11. Januar 1903 in Witkowitz bei Mährisch-Ostrau; ermordet am 6. Oktober 1944, gemeinsam mit ihrem Sohn Tomas, im KZ Auschwitz-Birkenau). Sie schrieb mit 14 Jahren Märchen oder kleine Theaterstücke für Kinder. Diese wurden in deutschen, tschechischen, österreichischen, niederländischen und Schweizer Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht. 1930 heiratete sie Willi Weber. Am 6. Februar 1942 wurde sie von Prag in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort arbeitete sie als Oberschwester in der Kinderkrankenstube. Ihr 1931 geborener Sohn Hanuš Weber wurde aus dem Protektorat Böhmen und Mähren mit einem der vom Briten Nicholas Winton in Prag organisierten Kindertransporte nach England verschickt und entkam der Vernichtung.


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                   ILSE WEBER mit FAMILIE 1938                         ILSE WEBER 1920                I.WEBER mit SOHN 1938

   

Das Kulturprojekt Prag-Berlin unterstützt: Botschaft der Tschechischen Republik, Deutsch-tschechischer Zukunftsfonds Prag, Magistrat der Hauptstadt Prag, Förderverein Erbe und Zukunft e.V., Förderverein für Bildung, Kultur und internationale Beziehungen Reinickendorf e.V.







10. November 2020, 19:00 Uhr
Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, Breitscheidplatz, 10789 Berlin

EINE MUSIKALISCH-LITERARISCHE HOMMAGE AN DAS BEFREITE THEATER PRAG, die dem Komponisten Jaroslav Jezek, seinen Musikwerken im Zeitraum zwischen 1933 und 1939 sowie den Autoren Jiri Voskovec/ Wachsmann und Jan Werich gewidmet ist, zur Erinnerung an die gewaltsame Schließung der bedeutendsten antifaschistischen Bühne Europas „Befreites Theater Prag am 10. November 1938. Dessen Protagonisten Jaroslav Jezek, Jiri Voskovec/ Wachsmann und Jan Werich haben am 8. Januar 1939 ihre Heimat verlassen mussten…
Unter Leitung von Dusan-Robert Parisek singen, spielen und musizieren u.A. Susanne Eisenkolb, Manfred Eisner, Antje Rietz, Oli Bott (Vibraphon), Harry Ermer (Klavier), Mark Szmelkin (Percussion), Collegium tschechischer Philharmoniker. Aufführung unter der Schirmherrschaft des Botschafters Tschechiens SE Dr. Tomas Kafka und des Primators der Hauptstadt Prag MUDr. Zdeněk Hrib,

Das Kulturprojekt Prag-Berlin unterstützt: Botschaft der Tschechischen Republik, Deutsch-tschechischer Zukunftsfonds Prag, Magistrat der Hauptstadt Prag, Förderverein Erbe und Zukunft e.V., Förderverein für Bildung, Kultur und internationale Beziehungen Reinickendorf e.V.


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J.VOSKOVEC, JAROSLAV JEZEK, J.WERICH

JAROSLAV JEZEK
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Karel Teissig: Voskovec und Werich  „Cäsar“

   
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„IMMER NUR LÄCHELN“ VOSKOVEC UND WERICH PF 1935,  BEFREITES THEATER PRAG

Jaroslav Jezek starb 1942 in New York. Jan Werich kehrte nach dem Krieg nach Prag zurück. Jiri Voskovec spielte am Broadway und in Hollywood (u.a. im Sidney Lumets Kultfilm aus dem Jahr 1957 „Die zwölf Geschworenen“, oder „Der Spion der aus der Kälte kam“, eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von John le Carré) in den 1950-er Jahren war Jiri Voskovec Unesco Filmbeautragter in Paris.



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EUROPA RUFT







22. Mai 2020 um 20 Uhr
Schlosskirche St. Petri zu Varel

Eine Veranstaltung zur Unterstützung des Hauses der Hospiz- und Palliativarbeit „Am Jadebusen“. „Europa ruft –Bugatti Step“ ist eine musikalische Hommage an das „Befreite Theater Prag“ eine der bedeutendsten Avantgarde - und (schon damals) Musical-Bühnen Europas in der Zeit zwischen 1922 und 1939. Die Melodik, der Rhythmus und die Qualität der Texte erklären uns heute ihren Einfluss auf die Entwicklung der Theater-Musikgeschichte im Europa des 20.Jahrhunderts und ihre dauerhafte Publikumswirkung. Die 20er – und 30er Jahre des 20. Jahrhundert waren eine sehr musikalische Zeit. Jazz, Swing und Blues haben damals die Europäische Musik „revolutioniert“. In Deutschland waren es die Comedian Harmonists, die mit ihrer Musik und ihren Texten auch international erfolgreich waren, in Prag war es ein Künstlertrio: der Komponist Jaroslav Jezek und die genialen Texter und Protagonisten des „Befreiten Theaters Prag“: Jan Werich und Jiri Wachsmann.

Unter der Leitung von Dusan-Robert Parisek musizieren, singen und spielen: der Geigenvirtuose Pavel Sporcl, das Collegium tschechischer Philharmoniker, Vibraphonist Oli Bott, die Berliner Musikerin, Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin Antje Rietz, die Wiener Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin Susanne Eisenkolb und der percussionist Mark Szmelkin. Auf dem Programm stehen Werke von Julius Brammer, Fritz Grünbaum, Myra Gruhenberg-Straus, Jan Werich, Jiri Wachsmann, Jacob Jacobs, mit Musik von Antonin Dvorak, Jaroslav Jezek (Jeschek), Nathan Milstein, Nicolo Paganini, Shlomo Sekunda, Antonio Lucio Vivaldi, Fred Raymond. Die Aufführung steht unter der Schirmherrschaft: des Ministers für Umwelt und Energie Niedersachsen, Olaf Lies des Botschafters Tschechiens S.E. Mgr.Tomas J.Podivinsky des Primators der Hauptstadt Prag MUDr. Zdenek Hrib Unterstützung: Stadt Varel, Botschaft der Tschechischen Republik, Deutsch-tschechischer Zukunftsfonds Prag, Magistrat der Hauptstadt Prag, Förderverein Erbe und Zukunft e.V.,


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ADOLF HOFFMEISTER „EUROPA 1932“ FÜR V+W SCHAUSPIEL „CAESAR“


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STAR-GEIGER PAVEL SPORCL

   
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ADOLF HOFFMEISTER „EUROPA 1932“ FÜR V+W SCHAUSPIEL „CAESAR“


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COLLEGIUM TSCHECHISCHER PHILHARMONIKER PRAG


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ADOLF HOFFMEISTER: JAN WERICH UND JIRI VOSKOVEC / WACHSMANN

    

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OLI BOTT VIBRAPHON


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SUSANNE EISENKOLB, SÄNGERIN, SCHAUSPIELERIN, TÄNZERIN


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ANTJE RIETZ, SÄNGERIN, SCHAUSPIELERIN, TÄNZERIN, MUSIKERIN

20. April 2020
16. März 2020, 19 Uhr
Botschaft der Tschechischen Republik, Wilhelmstr. 44, 10117 Berlin
Musikalisch-literarische Veranstaltung mit satirischen Liedern und Texten großer Autoren der 30. Jahre u. A. von Julius Bramer, Fritz Grünbaum, Jacob Jacobs, Jaroslav Jezek, Felix Josky, Karl Kraus, Fritz Levy, Martin Niemöller, Kurt Tucholsky, Rudolf Nelson, Otto Reutter, Shlomo Secunda, Otto Stransky, Jiri Wachsmann, Jan Werich. Unter Leitung von Dusan-Robert Parisek singen, spielen und musizieren: Susanne Eisenkolb, Manfred Eisner, Antje Rietz, Collegium tschechischer Philharmoniker, Oli Bott (Vibraphon), Mark Szmelkin (Percussion, Zimbalon).

Aufführung unter der Schirmherrschaft des Botschafters Tschechiens SE Mgr. Tomas J. Podivinsky und des Primators der Hauptstadt Prag MUDr. Zdeněk Hrib.
Sehr geehrte Damen und Herren,

für die Tschechische Botschaft steht die Gesundheit und Sicherheit unserer Gäste, Partner und Mitarbeiter an erster Stelle. Mit Blick auf die aktuelle Lage wird die Veranstaltung „Die kleine Freiheit“ im Rahmen des Prag-Berlin Festivals am 16. März in der Tschechischen Botschaft nicht wie geplant stattfinden. Dies bedeutet, dass wir die Veranstaltung auf einen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststehenden Termin verschieben müssen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis und bitte entschuldigen Sie etwaige Unannehmlichkeiten.

Botschaft der Tschechischen Republik Wilhelmstr. 44, 10117 Berlin



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JULIUS BRAMMER                                                      FRITZ GRÜNBAUM                                              

 
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BEDJA LEVY /LÖHNER                                                TUCHOLSKY KURT

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MARLENE DIETRICH, FRIEDRICH HOLLAENDER

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KRAUS KARL

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SECUNDA SHLOMO  ANDREWS SISTERS               SECUNDA SHLOMO 

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OTTO STRANSKY                                        LEWYSOHN RUDOLF

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                                                                            ILSE WEBER

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JAN WERICH                                        JIRI WACHSMAN                                          JAROSLAV JEZEK

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Studenten sammeln begeistert "undeutsches" Schrifttum 1933 Berlin

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Tausende sehen bei der Bücherverbrennung in Berlin am 10. Mai 1933 zu

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27. Januar 2020, 19:00 Uhr
Botschaft der Tschechischen Republik, Wilhelmstr. 44, 10117 Berlin

Eine musikalisch-literarische Veranstaltung zum Gedenken an die Befreiung von Auschwitz-Birkenau. Das Programm aus Liedern und Texten will an große Europäische Schriftsteller, Kabarettisten, Librettisten und Musiker erinnern, von denen manche die Hölle des Dritten Reiches nur in Ihren Werken überlebt haben, u. A. Julius Brammer, Rudolf Friml, Fritz Grünbaum, Rudolf Levy, Fritz Rotter, Leo Straus, Otto Stransky, Ilse Weber. Unter Leitung von Dusan-Robert Parisek singen, spielen und musizieren: Susanne Eisenkolb, Manfred Eisner, Ute-Francina Kannenberg, Antje Rietz, Collegium tschechischer Philharmoniker, Oli Bott (Vibraphon), Harry Ermer (Klavier). Aufführung unter der Schirmherrschaft des Botschafters Tschechiens SE Mgr. Tomas J. Podivinsky und des Primators der Hauptstadt Prag MUDr. Zdeněk Hrib,

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Fritz Grünbaum                                                                                                                                     Fritz Grünbaum

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Rudolf Friml   1905                                                                            1936                   

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Erich Wolfgang Korngold

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Erich Wolfgang Korngold                                                                                                    Erich Wolfgang Korngold                                      

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Hermann Leopoldi (Hersch Kohn)

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Fritz Beda-Löhner (Beda Lewy)

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Velvyslanec ČR, JE Tomáš J. Podivínský

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PARADIES ENSEMBLE Susanne Eisenkolb, Ute Kannenberg, Manfed Eisner, Antje Rietz, Oli Bott

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Collegium tsch. Philharmoniker, PARADIES Ensemble

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v. R. D.R.Parisek, Gesandter CR Dr. M.Coupek, Frau Coupek, Protokollchef Prager Magistrát M.Churavy,
Ing.D. Masopustova Magistrát Prag, D.Dzembritzki MdB a.D., H.Olschewski Vorsitzender Foerderverein Berlin.


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Paradies-Publikum

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PARADIES Finale 27.01.2020


Úvodní slovo velvyslance Tomáše J. Podivínského
Dusan Robert Parisek: „Das Paradies“
zum Gedenken an die Befreiung von Auschwitz-Birkenau vor 75 Jahren. Kinosál ZÚ, pondělí 27. ledna 2020, 19 hodin
Sehr geehrter Herr Dir. Parisek, lieber Dušan,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Freunde,
zu der heutigen Veranstaltung, die an einem der wichtigsten Gedenktage stattfindet, möchte ich Sie am herzlichsten begrüßen.
Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts regt uns an, über beide Aspekte dieses Tages nachzudenken. Auf einer Seite freut man sich über die Befreiung des schrecklichsten KZ der Menschheit überhaupt - KZ Auschwitz, auf der anderen Seite wird unser Geist mit den grausamen Erinnerungen an die tragischen Ereignisse überschattet, die den Kindern, Frauen und Männern des jüdischen Glaubens nicht nur dort, sondern überall in der Welt des zweiten Weltkrieges, von den Nationalsozialisten, und deren Helfern, angetan wurden.
Wenn es einem gelingt, einen anspruchsvollen und zugleich verständlichen Weg zu finden, wie diese schmerzhafteste Geschichte der Menschheit zu verarbeiten und der gegenwärtigen Generation näher zu bringen, leistet man eine unbezahlbare Arbeit für die Opfer, für ihre Familien und für die ganze Gesellschaft - und pflegt dabei auch die beste Erinnerungskultur.
Ich durfte schon vielmals erleben, wie Herr Dir. Parisek – Träger der allerhöchsten Auszeichnung des tschechischen Außenministers – der Auszeichnung „Gratias Agit“ - diesen feinen Weg in seinen Aufführungen immer wieder aufs Neue findet.
Wie unermüdlich Herr Parisek seine neuen inspirativen Kunststücke schafft, die an diese Ereignisse erinnern und zugleich auf künstlerischer Art – und ohne Schuldzuweisungen – das wichtigste vermittelt: Nie wieder! So finden seine Stücke immer Aktualität und mahnen, dass diese Geschehnisse zu keiner längst vergessenen Zeit gehören, und dass das Böse, das stets in der Welt lauert, schon
in den Anfängen zu erkennen, zu benennen und entschlossen und konsequent zu bekämpfen ist.
Da ich weiß, dass mit Herrn Dir. Parisek die deutsch-tschechische Erinnerungskultur am höchsten Niveau in den besten Händen ist, und so auch weiter gepflegt wird – um immer freundschaftlichere und tief demokratische Brücken zwischen uns Nachbarn, Tschechen und Deutschen, zu bauen, darf ich wieder die Schirmherrschaft über das Festival Prag-Berlin für das Jahr 2020 dem Herrn Direktor Parisek überreichen, heute sogar auch symbolisch für das Jahr, in dem das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Prag und Berlin gefeiert wird.
Uns allen wünsche ich gerade an dem heutigen Gedenktag einen gedankenvollen und künstlerisch anspruchsvollen Abend.
Sehr geehrter Herr Dir. Parisek, lieber Dušan, ich bitte Dich zu mir aufs Podium zu kommen, und ich freue mich Dir nun die Schirmherrschaftsurkunde erneut zu überreichen.



13. Januar 2020, 19:00 Uhr
Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, Breitscheidplatz, 10789 Berlin
ein musikalischer Abend, der dem Komponisten Jaroslav Jezek, seinen Musikwerken im Zeitraum zwischen 1933 und 1939 sowie den Autoren Jiri Voskovec/ Wachsmann und Jan Werich gewidmet ist, zur Erinnerung an die gewaltsame Schließung der bedeutendsten antifaschistischen Bühne Europas „Befreites Theater Prag, als dessen Protagonisten: Jaroslav Jezek, Jiri Voskovec/ Wachsmann und Jan Werich am 8. Januar 1939 ihre Heimat verlassen mussten…

Unter Leitung von Dusan-Robert Parisek singen, spielen und musizieren: Susanne Eisenkolb, Manfred Eisner, Ute-Francina Kannenberg, Antje Rietz, Musikbegleitung: Pavel Sporcl (Violine) mit dem Collegium tschechischer Philharmoniker, Oli Bott (Vibraphon), Harry Ermer (Klavier). Aufführung unter der Schirmherrschaft des Botschafters Tschechiens SE Mgr. Tomas J. Podivinsky und des Primators der Hauptstadt Prag MUDr. Zdeněk Hrib,

 

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Karel Teissig: Voskovec und Werich  „Cäsar“

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Karel Teissig: Voskovec und Werich  „Esel und Schatten“


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Karel Teissig: Voskovec und Werich 


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Karel Teissig: Voskovec und Werich 


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JAN WERICH, JIRI VOSKOVEC / WACHMANN 1938


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JIRI VOSKOVEC     JAN WERICH     1974                                 JAROSLAV JEZEK MIT ORCHESTER 1938


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v.L. HUGO HAAS,  JIRI WACHSMANN, JAN WERICH, JAROSLAV JEZEK; 1940 NY


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ANSPRACHE BOTSCHAFTER TSCHEHIENS S.E. TOMAS J. PODIVINSKY

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Geigenvirtuose Pavel Sporcl

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Collegium tschechischer Philharmoniker und PBF-Ensemble

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Susanne Eisenkolb, Ute Kannenberg, Manfred Eisner, Antje Rietz und Oli Bott

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EUROPA RUFT GEDÄCHTNISKIRCHE BERLIN; 13.01.2020






Ein musikalisch-literarischer Abend, an dem wir dem Publikum Werke von Autoren und Denkern vorstellen oder ins Gedächtnis rufen möchten, die Visionäre ihrer Zeit waren, aber ihre Arbeit während des Dritten Reichs nicht vollenden konnten oder durften. Unter Leitung von Dusan-Robert Parisek singen, spielen und musizieren: Susanne Eisenkolb, Manfred Eisner, Ute-Francina Kannenberg, Antje Rietz, Musikbegleitung: Pavel Sporcl (Violine) mit dem Collegium tschechischer Philharmoniker, Oli Bott (Vibraphon), Harry Ermer (Klavier). Aufführung unter der Schirmherrschaft des Botschafters Tschechiens SE Mgr. Tomas J. Podivinsky und des Primators der Hauptstadt Prag MUDr. Zdeněk Hrib.
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PLAKATE BEFREITES THEATER PRAG

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28. November 2019, 19:00 Uhr
Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, Breitscheidplatz, 10789 Berlin

Eine musikalisch-literarische Veranstaltung und ein Tribut an die Autoren Arnold Golz, Emil Golz, Myra Gruhenberg, Adele Jellinek, Walter Lindenbaum, Ilse Weber und Leo Štraus im Gedenken an den ersten Transport nach Theresienstadt am 24. November 1941. Unter der Leitung von Dusan-Robert Parisek singen und spielen: Susanne Eisenkolb, Manfred Eisner, Ute-Francina Kannenberg, Antje Rietz, Musikbegleitung: Collegium tschechischer Philharmoniker, Oli Bott (Vibraphon), Harry Ermer (Klavier). Aufführung unter der Schirmherrschaft des Botschafters Tschechiens SE Mgr. Tomas J. Podivinsky und des Primators der Hauptstadt Prag MUDr. Zdeněk Hrib. Am 24. November 1941 traf in der Sudetenkaserne in Theresienstadt eine Gruppe von 342 jungen jüdischen Männern ein, das sogenannte „Aufbaukommando“. Ihre Aufgabe war es, das Ghetto für die Ankunft weiterer Transporte vorzubereiten, die ab dem 30. November 1941 erwartet wurden. In Prag wurde den Männern aus dem AK I gesagt, dass sie sich frei bewegen und an Wochenenden ihre Familien würden besuchen können. In Wirklichkeit wurden sie im Augenblick ihrer Ankunft zu den ersten jüdischen Häftlingen des Ghettos. Die in die Transporte eingereihten Menschen bekamen Vorladungen und mussten sich an bestimmten Stellen in größeren tschechischen Städten versammeln. Bis dahin mussten sie ihr ganzes Vermögen abgeben, lediglich persönliches Gepäck durften sie behalten und mitnehmen ... Zur Mithilfe bei den Vorbereitungen zur Errichtung eines Ghettos in Theresienstadt wurde die Jüdische Kultusgemeinde in Prag gezwungen. Die Nazis förderten in den Reihen der Gemeinde mit Absicht die Illusion, dass das Ghetto zu einem autonomen Gebiet würde, wo Jüdinnen und Juden in Ruhe leben und bis zum Ende des Krieges arbeiten könnten. Auf diese Weise sollte Unruhe unter den künftigen Opfern des Genozids vermieden und Zeit für ihre planmäßige und allmähliche Vernichtung gewonnen werden, ohne das Leben im Protektorat zu stören.


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Hanus  Hachenburg, Autor von VEDEM ermordet in Auschwitz

,,Hanusch Hachenburg (geboren am 12.07.1927, am 24.10.1942 nach Terezin deportiert, am 18.12.1943 nach Auschwitz und ermordet) Der dreizehnjährige Mitgestalter der Wochenzeitschrift VEDEM (Wir führen) in Terezin, beschrieb nach seiner Ankunft in Terezin seine Unmut so:
“Ich bin überzeugt, dass niemand schuldlos ist, jeder ist ein klein wenig mitschuldig. Auch die gewöhnlichen Leute, die Zuschauer, sind mit Schuld daran, dass der Diktator an die Macht kommt, und sie tun nichts dagegen …“

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Hana (ermordet in Auschwitz) und Jiri Brady, Autor von VEDEM  überlebte Terezin, Auschwitz

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Zdenek Orenstein,  Autor von VEDEM
überlebte Terezin u. Auschwitz      
Jiri Kotouc, Autor von VEDEM
überlebte Terezin und Auschwitz


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Kurt Kotouc, Zdenek Orenstein, Jiri Brady 1990

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Ginz Petr Zeichnung Auf dem Mond Petr Ginz, Autor von VEDEM ermordet in Auschwitz


Vaclav Havel, Präsident von Tschechien, schrieb 1995
:
„ … Die Zeitschrift VEDEM (übersetzt: wir führen), herausgegeben von Theresienstädter Kindern, die in ständiger Erwartung von Transport und Tod lebten, ihre Verse, Erzählungen, Reportagen und Texte, die sie vereint, sind für uns, ihre späten Leser, nicht nur ein Memento, eine Erinnerung an die Schrecken des Ghettos und des Krieges, sondern auch eine Ermunterung im Leben und ein Maß für die Gering-fügigkeit unserer aktuellen Klagen. Wie viele der damaligen kindlichen Autoren, hätten sie überlebt, könnten die Welt bereichern. Wie viele Dichter geben uns hier einen Beweis ihrer Geburt … „


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Schriftstellerin Ilse Weber ermordet in Auschwitz

Frau Sonne wirft ihr Goldnetz aus,
daß alles gleißt und blendet,
die Welt ist wie ein Blumenstrauß,
vom Himmel uns gespendet.
Fahrt hin, ihr Sorgen, Leid und Weh,
ihr sollt ein Ende haben,
ihr schmelzet wie der dichte Schnee,
der die Natur begraben.
Die Welt ist voller Seligkeit
und will uns reich beschenken,
wir sind noch jung, das Leben mit –
wozu des Herbstes denken?


ILSE WEBER, Tschechoslowakische und Österreichische Schriftstellerin, Dramatikerin, Lyrikerin und Journalistin (geboren am 11. Januar 1903 in Vitkovice in Nordmähren, ermordet am 06. Oktober 1944 im KZ Auschwitz). Ilse Weber schrieb mit 14 Jahren erste jüdische Kindermärchen und kleine Theaterstücke für Kinder. Ihre Werke wurden in deutschen, tschechischen und österreichischen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht. Die Atmosphäre, die im Kaiserreich durch die vielen Sprachen und Kulturen herrschte, prägte Ilse Weber sehr, sie versuchte die tschechische, deutsche und jüdische Kultur zusammenzuführen. Sie schrieb Artikel, Theaterstücke, Radiosendungen und Kinderbücher. 1930 heiratete sie Willi Weber. Ihr 1931 geborener Sohn Hanuš Weber wurde gerettet mit einem vom Nicholas Winton in Prag organisierten Kindertransporte nach England. Sie selbst, ihr Mann und ihr kleiner Sohn wurden zwangsevakuiert nach Theresienstadt. Sie arbeitete dort als Kranken-schwester. Ermordet wurde Ilse Weber mit Ihrem Sohn Tomas und den von ihr betreuten Kindern in Auschwitz – Birkenau.  

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Fanni Berger, Adele Jelinek (ermordet in Terezin) Adele Jelinek, ermordet in Terezin


ADELE JELLINEK, österreichische Journalistin, (geb. am 02.März 1890 in Wien, ermordet am 3.08.1943 in Theresienstadt) ist im Arbeiterbezirk Ottakring in einer jüdischer Familie aufgewachsen, schrieb vorwiegend Erzählungen, Feuilletons und Gedichte, veröffentlichte in sozialistischen Tages-Zeitungen (u.A. Neue Erde, Arbeiter-Zeitung, Das Kleine Blatt, Die Unzufriedene, Deutsche Freiheit, Neues Wiener Abendblatt, Neues Wiener Tagblatt),  und war Mitglied der Vereinigung sozialistischer Schriftsteller. Jellinek schrieb auch Gedichte und 1928 erhielt sie zwei Preise für ihre Lyrik. Ihr spätere Gedicht „Brot und Rosen“ wurde in vielen Zeitungen in Österreich, Schweiz und in der Tschechoslowakei veröffentlicht und von der Kritik sehr positiv beurteilt.



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Emil und Arnold Golz /Goldstein, ermordet Terezin Vater von Arnold und Emil Golz/Goldstein

ARNOLD UND EMIL GOLZ / GOLDSTEIN Die Zwillinge Emil (1866-1944) und Arnold Golz (1866-1942) beide ermordet in Theresienstadt, Söhne von Josef Goldstein, Oberkantor im Leopoldstädter Tempel, waren erfolgreiche Librettisten. Wirken gemeinsam zum Beispiel als Vortragsmeister mit Leopoldstädtische Ungeniertheit an den populären „Wiener jüdischen Dioskuren“ und kreierten von 1894 bis 1903 s. g. Golz Abende a denen auch ihre Schwester die Sängerin Irma Goldstein mitwirkte; nach ihrem Tod 1903 waren beide als Bühnenautoren tätig und verfassten gemeinsam zahlreichen Komödien, Schwänke, Possen, Operetten u. A. Werke Die schöne Ehebrecherin, Grüß dich Gott, Cousine; Epsteins Witwe; In geheime Mission; Die Meerjungfrau, Hulda Pessl in Venedig; Königin Mutter (1940 in Wien Augeführt)


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Terezin: Aufführung auf dem Dachboden


            „Läuse, nur Läuse, badet man dort
            Und hast du keine, schickt man dich fort,
            Doch tauchst du unter mit Mann und Laus,
            Sehr viel verlauster kommst du nach Haus.

            Läuse, nur Läuse, badet man dort
            Und hast du keine, schickt man dich fort,
            Doch tauchst du unter mit Mann und Laus,
            Sehr viel verlauster kommst du nach Haus.“


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28. November 2019, 19 Uhr, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin

Eine musikalisch-literarische Veranstaltung und ein Tribut an die Autoren Petr Ginz, Hanusch Hachenburg, Arnold Golz, Emil Golz, Myra Gruhenberg, Adele Jellinek, Walter Lindenbaum, Ilse Weber und Leo Štraus im Gedenken
an den ersten Transport nach Theresienstadt am 24. November 1941.
Unter der Leitung von Dušan-Robert Parisek singen, spielen und musizieren:
Susanne Eisenkolb, Manfred Eisner, Ute-Francina Kannenberg, Antje Rietz
Musikbegleitung: Collegium tschechischer Philharmoniker, Oli Bott (Vibraphon), Harry Ermer (Klavier).
Aufführung unter der Schirmherrschaft des Botschafters Tschechiens SE Mgr. Tomas  J. Podivinsky und des Primators der Hauptstadt Prag MUDr. Zdeněk Hrib.

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COLLEGIUM TSCHECHISCHER PHILHARMONIKER TEREZIN ENSEMBLE 28.11.19


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img24DIE GESCHENKTE STADT, KAISER WILHELM GEDÄCHTNISKIRCHE, 28.11.19

img25COLLEGIUM TSCHECHISCHER PHILHARMONIKER TEREZIN ENSEMBLE 28.11.19

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COLLEGIUM TSCHECHISCHER PHILHARMONIKER

 
img27COLLEGIUM TSCHECHISCHER PHILHARMONIKER TEREZIN ENSEMBLE 28.11.19