Sehr geehrte Damen und Herren,             
liebes Publikum des Festivals Prag-Berlin,


seit März 2020 waren wir vergeblich bemüht, mehrere PBF-Veranstaltungen durchzuführen. Am 28. Oktober 2020 gelang es uns, in der Gedächtniskirche die Aufführung „Die Kleine Freiheit“ zu verwirklichen. Weitere Versuche scheiterten an den Corona-Pandemie Beschränkungen. Aus diesem Grunde haben wir die Präsentations-Variante, das Internet, gewählt und Ihnen auch am 31.12.2020
eine Hommage an das Befreite Theater Prag, die bedeutendste antifaschistische Bühne Europas, präsentiert.

Die Künstlerinitiative „Erbe und Zukunft“ forscht seit 1977 nach verschollenen, weil in der Zeit des Nationalsozialismus verbotenen Werken, um deren Wert wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zurück zu holen. Es wurden Aufführungen erarbeitet und angeboten, die sich mit der Bewältigung historischer Ereignisse der Jahre 1933-1945 auseinandersetzen, die zu so viel Unheil in Europa und daraus resultierenden bis heute wirksamen Ressentiments geführt haben.

Wir sind überzeugt, dass es für unsere gesellschaftliche Gesundheit unerlässlich ist, sich mit der Problematik und den Nachwirkungen unserer Geschichte zu beschäftigen. Da die Geschichte nicht zur Ruhe kommt, wiederholen sich in unseren Programmen Daten und Themen, wie etwa die Erinnerung an den ersten Transport nach Theresienstadt, an die mutige Tätigkeit inhaftierter Kulturschaffender und an ihre Veranstaltungen im Konzentrationslager Theresienstadt, an die Befreiung von Auschwitz-Birkenau, oder an die Deutsche Besetzung der Tschechoslowakei, gehören sie doch zu unserer gemeinsamen traurigen Erbschaft, die immer wieder einer kritisch innovativen Auseinandersetzung bedarf.


Für das Jahr 2021 haben wir für Sie, fünf neue Programme, die sich mit der unrühmlichen Vergangenheit des Zusammenlebens von Deutschen und Tschechen beschäftigen, vorbereitet und einstudiert, da die Vision von verständnisvollem friedlichem Zusammenleben der Menschen nur durch die Kenntnis der Vergangenheit erreichbar ist. Die erste Veranstaltung aus dieser Reihe mit dem Titel “Wozu des Herbstes denken” haben Sie sich schon am 12. Mai 2021 anschauen können.


Heute möchten wir Sie, gemeinsam mit der Botschaft Tschechiens, zur Aufführung Terezin-Buchenwald-Auschwitz „DIE KUNST AUFZUHÖREN“ herzlich einladen, einem musikalischen Gedenken an große Persönlichkeiten der Kunst Mitteleuropas, von denen viele die Hölle des Dritten Reiches nicht überlebt haben, und an die nur ihre Werke erinnern…

Die Aufführung steht unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Tschechischen Republik,
S.E. Dr. Tomas Kafka.

DIE PREMIERE FINDET AM SONNTAG, DEN 13. JUNI 2021 UM 20:30 UHR STATT.
Unsere Digitalaufführung können Sie unter dem Link anschauen und anhören.



Der gemeinnützige tschechische Förderverein „Erbe und Zukunft“ stellt regelmäßig Anträge an das Kulturministerium Tschechiens, den Magistrat der Hauptstadt Prag und an den Deutsch-tschechischen Zukunftsfonds, der uns inzwischen eine Unterstützung für 2021 zugesagt hat, die jedoch an eine entsprechende Unterstützung seitens der Bundesrepublik Deutschland (für den komplementären Anteil der Gesamtfinanzierung) gekoppelt ist.
Eine finanzielle Förderung für solche, thematisch unbequemen Projekte ist leider, nach unseren langjährigen Erfahrungen, kaum zu bekommen. Deshalb wenden wir uns heute mit der Bitte an Sie, unser Publikum, unsere Arbeit über den deutschen gemeinnützigen Förderverein „Festival tschechischer Kunst und Kultur e.V.“ zu unterstützen, um die Fortsetzung überhaupt zu ermöglichen.

Die Bankverbindung des Fördervereins Festival tschechischer Kunst und Kultur e.V. lautet:
IBAN DE04 1002 0890 0312 6059 61  und   BIC HYVEDEMM488.
Selbstverständlich erhalten Sie von uns eine Spendenbescheinigung. 

Mit herzlichen Grüßen und Dank für Ihre Unterstützung
Ihr
Dusan-Robert Parisek
Leitung Festival Prag-Berlin




DIE KUNST AUFZUHÖREN  
ein musikalisch-literarisches  Gedenken an die Befreiung von Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 mit Liedern und Texten großer Europäische r Schriftsteller, Kabarettisten, Librettisten und Musiker, von denen viele die Hölle des Dritten Reiches nicht überlebt haben, an die nur ihre Werke erinnern… u. A. Arnold und Emil Golz, Fritz Grünbaum, Fritz Levy, Rudolf Levyson, Beda Löhner, Leo Straus, Otto Stransky, Ilse Weber.

FRITZ GRÜNBAUM, Dr-Jura, Kabarettist, Schriftsteller, Librettist und Humorist. Er wurde am 7. April 1880 in Brünn / Mähren geboren und im KZ Dachau am 14. Januar 1941 ermordet. Studierte 1899-1903 Jura an der Universität Wien. Trat erstmals 1906 in dem Kabarett „Die Hölle" mit lustigen Geschichten im Brünner Dialekt auf und war auf Anhieb erfolgreich. Nach Gastspieljahren in Berlin (ab 1907) kehrte Grünbaum 1914 nach Wien zurück und trat im Simpl auf. Hier entstanden auch die berühmten Doppel-konferenzen mit Karl Farkas, mit dem dieses Genre unsterblich gemacht wurde.
Er war der sprachbegabteste und vielseitigste Vertreter des Wiener Kabaretts der Zwischenkriegszeit. 1938 gelang es ihm nicht, in die Tschechoslowakei zu fliehen; er wurde verhaftet und am 24. Mai 1938 ins Konzentrationslager Dachau deportiert. Am 23. September 1938 kam er mit Transport nach Buchen-wald und am 24. Oktober 1940 wurde er wieder zurück nach Dachau transportiert.

 
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