“BLICK ZURÜCK NACH VORN“. Ein musikalisch-literarisches Programm aus satirischen Liedern und warnenden Texten bekannter Autoren der 30er Jahre
u. a. von Karel Capek, Karl Farkas, Fritz Grünbaum, Myra Gruhenberg, Hugo Haas, Jacob Jacobs, Adele Jellinek, Jaroslav Jezek, Felix Josky, Erich Kästner, Karl Kraus, Walter Lindenbaum, Martin Niemöller, Kurt Tucholsky, Rudolf Nelson, Fred Raymond/Vesely, Shlomo Secunda, Otto Stransky.


01

KAREL CAPEK, geboren am 09.Januar 1890. Von 1909 bis 1915 studierte er Philosophie an der Karls-universität in Prag, an der Friedrich Wilhelm Universität in Berlin und an der Faculté des lettres der Sorbonne in Paris. 1915 wurde er zum Dr. Phil. promoviert. Dramatiker und Prosaiker, um das Schicksal der Menschheit besorgter Antiutopist, der vor revolutionären Lösungen warnt. Einerseits Analytiker, der bis auf den Grund der Individuen hinabsteigt, andererseits Dichter ihrer Einzigartigkeit. Fesselnder Erzähler, brillanter Stilist und erfindungsreicher Sprachspieler. Unerschrockener und witziger Journalist. Gründungsmitglied  und Vorsitzender des tschechischen P. E.N. Clubs, Mitglied des Ständigen Ausschusses für Literatur und Kunst beim Genfer Völkerbund, 1935 Kandidat für den Vorsitz des internationalen P. E. N. und 1938 für den Literaturnobelpreis. 


02
KAREL CAPEK und sein Bruder, der Maler und Autor JOSEF CAPEK
Josef Capek illustrierte alle Werke seines Bruders Karel, beide gelten als Urheber des Begriffs „Roboter“. Erstmals hat Karel Capek diesen Begriff 1920 in seinem Theaterstück „R.U.R.“ verwendet. „R.U.R.“ wurde 1921 mit großem Erfolg uraufgeführt und machte Capek weltberühmt. Eine weitere seiner Wortschöpfungen: „Automat“, kommt bereits 1917 in seinem Buch „Lelio“ vor. Sein Roman „Der Krieg mit den Molchen“, ist in die „UNESCO-Sammlung repräsentativer Werke“ aufgenommen worden. 1937 schrieb er “Weiße Krankheit“ ein Theaterstück gegen die Gefahr eines faschistischen Krieges. „Weiße Krankheit“ ist das bedeutendste Antikriegsdrama unserer Zeit. In Karel Capeks Drama wird der Frieden stiftende Retter von einer fanatischen Menschenmasse auf der Straße zu Tode getrampelt...
Dem Konzentrationslager entging Karel Capek nur durch seinen frühen Tod: Am 25. Dezember 1938, ein knappes Vierteljahr vor der nationalsozialistischen Okkupation seiner Heimat erlag er einer zu spät diagnostizierten Lungenentzündung. Am 1. September 1939 wird Josef Čapek von der Gestapo verhaftet und in das Zuchthaus Pankrác in Prag gebracht. Nach einer Woche wird er nach Dachau deportiert, von dort am 26. September 1939 nach Buchenwald und im Juni 1942 nach Sachsenhausen. Am 25. Februar 1945 wurde er nach Bergen-Belsen deportiert. Dort stirbt Josef Čapek in den ersten Apriltagen an Typhus.

 
0304
JOSEF CAPEK AKKORDEONSPIELER                       JOSEF CAPEK  AUTOPORTRAIT 1918

       
0506
       JOSEF CAPEK   VORM SPIEGEL                             JOSEF CAPEK    DER TRINKER


07